
In vielen Konstruktionen wird der Lagerkäfig als zweitrangige Komponente behandelt – „nach Größe“ ausgewählt, ohne die tatsächlichen Betriebsbedingungen genauer zu betrachten.
In der Praxis definiert er jedoch häufig:
Wenn Ihre Anwendung hohe Präzision und eine kalkulierbare Lebensdauer erfordert, ist die Wahl des Käfigs „aus dem Bauch heraus“ keine Option.
Bevor Sie entscheiden, prüfen Sie diese 6 Schlüsselfaktoren.
Die erste Frage lautet nicht „welche Größe?“, sondern: Welche reale Last wirkt tatsächlich auf den Käfig?
Wurde sie auf die Last pro einzelnen Wälzkörper umgerechnet?
Statische und dynamische Tragzahlen sind das Fundament der Lebensdauer – das sind keine Werte, die man schätzen sollte.
So wird gerechnet:
Tragfähigkeit des Käfigs = Anzahl der Wälzkörper × Tragfähigkeit eines einzelnen Wälzkörpers.
Wenn dieser Schritt ausgelassen wird, steigt das Risiko von vorzeitigem Verschleiß, Genauigkeitsverlust oder frühzeitigem Ausfall des gesamten Mechanismus.
Welches Maß an Bewegungsgenauigkeit verlangt Ihre Anwendung?
Die Wahl des Wälzkörpertyps beeinflusst das Systemverhalten direkt:
Kugelkäfige (RKK, RRK)
Rollenkäfige (RBN, SRN)
Das ist keine Frage der persönlichen Vorliebe.
Die Auswahl hängt von der Anwendung und vom Typ der Linearführung ab.
Auf den ersten Blick können Bauteile ähnlich aussehen.
Beispiel:
RRK6 und RBN6 verwenden denselben Wellendurchmesser (6 mm), haben jedoch unterschiedliche Käfigkonstruktionen — angepasst an die Nut- und Laufbahngeometrie der jeweiligen Linearführung.
Eine Fehlanpassung bedeutet:
→ keine Montage möglich.
Bewerten Sie den Käfig daher immer als Teil des kompletten Linearführungssystems — nicht als isolierte Komponente.
Hier zählen Details:
Wichtiger Hinweis:
Bei einer Bestellung von 500 mm kann die Standardlieferlänge um bis zu eine Teilung kürzer sein.
Wenn Ihre Konstruktion eine genau definierte wirksame Länge erfordert, berücksichtigen Sie dies bereits bei der Spezifikation.
Selbst ein korrekt ausgewählter Käfig kann unterperformen, wenn die Betriebsbedingungen nicht berücksichtigt werden.
Fragen Sie sich:
Fehler in diesen Punkten zeigen sich oft erst im Betrieb — wenn Korrekturmaßnahmen deutlich teurer sind.
Nicht jeder Käfig ist für jede Aufgabe geeignet.
Die Auswahl sollte sich an den Funktionsanforderungen des Systems orientieren — nicht nur an der Verfügbarkeit von Teilen.

Wenn Ihre Anwendung Folgendes erfordert:
→ ist der Käfig kein “Detail” mehr.
Er wird zu dem Bauteil, das die Bewegungsqualität des gesamten Systems bestimmt.
Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Typ der richtige ist — wenden Sie sich an das Expertenteam von Rollico.
Mit der richtigen Auswahl bereits in der Konstruktionsphase lassen sich oft jahrelange Betriebsprobleme vermeiden.