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19 Feb '26

In vielen Konstruktionen wird der Lagerkäfig als zweitrangige Komponente behandelt – „nach Größe“ ausgewählt, ohne die tatsächlichen Betriebsbedingungen genauer zu betrachten.

In der Praxis definiert er jedoch häufig:

  • Lauf- und Bewegungsgleichmäßigkeit,
  • Führungsstabilität,
  • Rollwiderstand,
  • Gesamtlebensdauer der Baugruppe.

Wenn Ihre Anwendung hohe Präzision und eine kalkulierbare Lebensdauer erfordert, ist die Wahl des Käfigs „aus dem Bauch heraus“ keine Option.

Bevor Sie entscheiden, prüfen Sie diese 6 Schlüsselfaktoren.

1. LASTEN – statisch und dynamisch

Die erste Frage lautet nicht „welche Größe?“, sondern: Welche reale Last wirkt tatsächlich auf den Käfig?

Wurde sie auf die Last pro einzelnen Wälzkörper umgerechnet?

Statische und dynamische Tragzahlen sind das Fundament der Lebensdauer – das sind keine Werte, die man schätzen sollte.

So wird gerechnet:
Tragfähigkeit des Käfigs = Anzahl der Wälzkörper × Tragfähigkeit eines einzelnen Wälzkörpers.

Wenn dieser Schritt ausgelassen wird, steigt das Risiko von vorzeitigem Verschleiß, Genauigkeitsverlust oder frühzeitigem Ausfall des gesamten Mechanismus.

2. ROLLGENAUIGKEIT

Welches Maß an Bewegungsgenauigkeit verlangt Ihre Anwendung?

Die Wahl des Wälzkörpertyps beeinflusst das Systemverhalten direkt:

Kugelkäfige (RKK, RRK)

  • höhere Laufruhe,
  • kompatibel mit Linearführungen des Typs R.

Rollenkäfige (RBN, SRN)

  • größere Kontaktfläche,
  • kompatibel mit Linearführungen des Typs RN oder RNG.

Das ist keine Frage der persönlichen Vorliebe.
Die Auswahl hängt von der Anwendung und vom Typ der Linearführung ab.

3. TYP DER LINEARFÜHRUNG — der Schlüssel zur Kompatibilität

Auf den ersten Blick können Bauteile ähnlich aussehen.

Beispiel:
RRK6 und RBN6 verwenden denselben Wellendurchmesser (6 mm), haben jedoch unterschiedliche Käfigkonstruktionen — angepasst an die Nut- und Laufbahngeometrie der jeweiligen Linearführung.

Eine Fehlanpassung bedeutet:
→ keine Montage möglich.

Bewerten Sie den Käfig daher immer als Teil des kompletten Linearführungssystems — nicht als isolierte Komponente.

4. KÄFIGABMESSUNGEN UND GEOMETRIE

Hier zählen Details:

  • Länge,
  • Ausführung (flach / einreihig / schräg),
  • Längentoleranz “-t”.

Wichtiger Hinweis:
Bei einer Bestellung von 500 mm kann die Standardlieferlänge um bis zu eine Teilung kürzer sein.

Wenn Ihre Konstruktion eine genau definierte wirksame Länge erfordert, berücksichtigen Sie dies bereits bei der Spezifikation.

5. MONTAGE UND BETRIEB

Selbst ein korrekt ausgewählter Käfig kann unterperformen, wenn die Betriebsbedingungen nicht berücksichtigt werden.

Fragen Sie sich:

  • Ist eine geeignete Schmierung sichergestellt?
  • Wurde die Einbaulage des Käfigs berücksichtigt?

Fehler in diesen Punkten zeigen sich oft erst im Betrieb — wenn Korrekturmaßnahmen deutlich teurer sind.

6. AUSWAHL DES KÄFIGTYPEN FÜR DIE ANWENDUNG

Nicht jeder Käfig ist für jede Aufgabe geeignet.

  • Flache Polymerkäfige → leichte Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Präzision.
  • Dreireihige Schrägkäfige → Lasten in zwei Richtungen, höhere Tragfähigkeit.
  • Spezialkäfige → nichtstandardisierte Profile, Präzisionsmechanik.

Die Auswahl sollte sich an den Funktionsanforderungen des Systems orientieren — nicht nur an der Verfügbarkeit von Teilen.

...

Fazit

Wenn Ihre Anwendung Folgendes erfordert:

  • hohe Präzision,
  • niedrigen Rollwiderstand,
  • stabile Leistungsparameter,
  • lange, vorhersagbare Lebensdauer,

→ ist der Käfig kein “Detail” mehr.
Er wird zu dem Bauteil, das die Bewegungsqualität des gesamten Systems bestimmt.

 

Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Typ der richtige ist — wenden Sie sich an das Expertenteam von Rollico.

Mit der richtigen Auswahl bereits in der Konstruktionsphase lassen sich oft jahrelange Betriebsprobleme vermeiden.

Rollico – wir machen Präzision zugänglich.
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